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Was ist Remplissage und wie werden Suture-Anker dabei eingesetzt? | Orthosyn
Erfahren Sie, wie das Remplissage-Verfahren bei der arthroskopischen Schulterstabilisierung eingesetzt wird, warum Suture-Anker in einer Hill-Sachs-Läsion platziert werden und welche Rolle die Ankerfixation bei der posterioren Kapsulotenodese spielt.
Eine Schulterinstabilität kann mehr umfassen als eine Verletzung oder Ablösung des Labrums. Bei Patienten mit rezidivierender anteriorer Schulterinstabilität können wiederholte Luxationen einen Kompressionsdefekt am posterolateralen Humeruskopf verursachen, der als Hill-Sachs-Läsion bezeichnet wird.
Wenn dieser Defekt mit dem anterioren Glenoidrand in Kontakt kommen und dadurch zu einer erneuten Instabilität beitragen kann, können zusätzlich zur anterioren Stabilisierung weitere operative Verfahren in Betracht gezogen werden.
Eine dieser Techniken ist das Remplissage-Verfahren.
Beim Remplissage werden die posteriore Gelenkkapsel und die Infraspinatussehne in der Hill-Sachs-Läsion fixiert. Dadurch wird der Defekt funktionell extraartikulär gemacht und seine mögliche Interaktion mit dem Glenoidrand reduziert.
Suture-Anker spielen bei diesem Verfahren eine zentrale Rolle, da sie Fixationspunkte innerhalb des Defekts am Humeruskopf schaffen.
Das Orthosyn Arthroskopie-Portfolio umfasst verschiedene PEEK-, Titan-, Knotless- sowie Soft / All-Suture-Anchor-Technologien für unterschiedliche arthroskopische Weichteilfixationsstrategien.
Was ist eine Hill-Sachs-Läsion?
Eine Hill-Sachs-Läsion ist ein Impressionsdefekt des posterolateralen Humeruskopfes, der bei einer anterioren Schulterluxation entstehen kann.
Wenn der Humeruskopf nach anterior luxiert, kann er gegen den anterioren Rand des Glenoids stoßen. Dieser Kontakt kann eine Eindellung im Humeruskopf verursachen.
Nicht jede Hill-Sachs-Läsion erfordert eine zusätzliche operative Behandlung.
Die klinische Bedeutung hängt von verschiedenen Faktoren ab:
Größe und Lokalisation des Defekts
Glenoidaler Knochenverlust
Muster der Schulterinstabilität
Engaging- oder Non-Engaging-Läsion
Beziehung zum Glenoid Track
Aktivitätsniveau des Patienten
Frühere Instabilitätsepisoden
Aus diesem Grund wird ein Remplissage nicht automatisch bei jeder vorhandenen Hill-Sachs-Läsion durchgeführt.
Was bedeutet „Remplissage“?
Das Wort Remplissage stammt aus dem Französischen und bedeutet „Auffüllen“.
Bei der Schulterchirurgie wird der Knochendefekt jedoch nicht im klassischen Sinne mit einem Transplantat oder Implantat aufgefüllt.
Stattdessen werden die posteriore Gelenkkapsel und die Infraspinatussehne in der Hill-Sachs-Läsion fixiert.
Dadurch wird die intraartikuläre Oberfläche des Defekts funktionell extraartikulär und das Risiko eines Engagements mit dem Glenoidrand kann reduziert werden.
Das Verfahren wird üblicherweise arthroskopisch durchgeführt und kann mit einer anterioren Stabilisierung wie einer Bankart-Rekonstruktion kombiniert werden.
Warum wird ein Remplissage durchgeführt?
Das primäre Ziel des Remplissage besteht darin, den Einfluss einer klinisch relevanten Hill-Sachs-Läsion auf eine rezidivierende anteriore Schulterinstabilität zu reduzieren.
Bei bestimmten Schulterpositionen kann eine engaging oder off-track Hill-Sachs-Läsion mit dem anterioren Glenoidrand interagieren.
Diese Interaktion kann zur erneuten Instabilität beitragen, selbst wenn das Labrum rekonstruiert wurde.
Durch die Fixation der posterioren Kapsel und der Infraspinatussehne in der Läsion verändert das Remplissage die mechanische Beziehung zwischen dem Humeruskopfdefekt und dem Glenoid.
Das Verfahren kann deshalb als Bestandteil einer umfassenderen Strategie zur Schulterstabilisierung eingesetzt werden.
Wie werden Suture-Anker beim Remplissage eingesetzt?
Suture-Anker schaffen Fixationspunkte innerhalb der Hill-Sachs-Läsion.
Nachdem der Defekt arthroskopisch identifiziert wurde, kann die Knochenoberfläche vorbereitet werden, um ein geeignetes Fixationsbett zu schaffen.
Anschließend werden ein oder mehrere Suture-Anker innerhalb des Defekts positioniert.
Die mit den Ankern verbundenen Nähte werden durch folgende Strukturen geführt:
Posteriore Schulterkapsel
Infraspinatussehne
Anschließend werden die Nähte gesichert, sodass diese Gewebe in Kontakt mit der vorbereiteten Hill-Sachs-Läsion gebracht werden.
Die genaue Anzahl, Position und Art der verwendeten Anker hängt von der Operationstechnik, den Eigenschaften des Defekts, der Knochenqualität und der Präferenz des Operateurs ab.
Was bedeutet Kapsulotenodese beim Remplissage?
Der Begriff Kapsulotenodese beschreibt die Fixation von Kapsel- und Sehnengewebe.
Beim Remplissage werden die posteriore Gelenkkapsel und die Infraspinatussehne am Humeruskopf im Bereich der Hill-Sachs-Läsion fixiert.
Diese Gewebe-Knochen-Fixation stellt eines der zentralen mechanischen Prinzipien des Verfahrens dar.
Suture-Anker erzeugen die Fixationspunkte, mit denen der Chirurg diese Strukturen in den Defekt einbringen und dort sichern kann.
Daher sind sowohl die Positionierung der Anker als auch das Nahtmanagement wichtige Bestandteile der Remplissage-Technik.
Wo werden die Anker positioniert?
Anders als bei einer Bankart-Rekonstruktion, bei der die Anker normalerweise entlang des Glenoidrands positioniert werden, befinden sich die Remplissage-Anker am Humeruskopf innerhalb der Hill-Sachs-Läsion.
Diese Unterscheidung ist wichtig.
Bei einer kombinierten Bankart-Rekonstruktion mit Remplissage werden zwei unterschiedliche anatomische Bereiche behandelt:
Bankart-Rekonstruktion: Fixation am anterioren Glenoid beziehungsweise Labrum.
Remplissage: Fixation im posterolateralen Humeruskopfdefekt unter Einbeziehung der posterioren Kapsel und Infraspinatussehne.
Suture-Anker können somit in beiden Teilen des Eingriffs eingesetzt werden, erfüllen jedoch unterschiedliche anatomische und mechanische Aufgaben.
Wie viele Anker werden beim Remplissage verwendet?
Es gibt keine universelle Anzahl von Ankern, die bei jedem Remplissage eingesetzt werden muss.
Je nach Technik können ein oder mehrere Fixationspunkte verwendet werden.
Die Auswahl hängt unter anderem ab von:
Größe der Hill-Sachs-Läsion
Form und Orientierung des Defekts
Gewünschter Gewebeabdeckung
Ankerdesign
Nahtkonfiguration
Knochenqualität
Präferenz des Operateurs
Das Ziel besteht nicht darin, möglichst viele Anker zu verwenden. Die Fixationskonstruktion sollte entsprechend der individuellen Anatomie und der gewählten Operationstechnik geplant werden.
Warum ist die Positionierung der Anker wichtig?
Die Position der Anker beeinflusst, wie die posteriore Kapsel und die Infraspinatussehne in die Hill-Sachs-Läsion eingebracht werden.
Die Position der einzelnen Fixationspunkte kann sich auswirken auf:
Gewebeerfassung
Verteilung der Fixation
Kontakt zwischen Gewebe und Knochen
Ausrichtung der Nähte
Verfügbaren Knochen zwischen den Ankern
Gesamte Rekonstruktionskonfiguration
Der Chirurg muss daher sowohl die Geometrie des Defekts als auch die Dimensionen des ausgewählten Ankers berücksichtigen.
Hier kann auch der Ankerdurchmesser relevant werden, insbesondere wenn mehrere Fixationspunkte innerhalb eines begrenzten Knochenbereichs geplant sind.
Welche Arten von Suture-Ankern können eingesetzt werden?
Je nach gewählter Operationstechnik können unterschiedliche Ankertechnologien für die arthroskopische Weichteilfixation verwendet werden.
PEEK Suture-Anker
PEEK stellt eine starre, nichtmetallische Implantatoption für die Gewebe-Knochen-Fixation dar.
Orthosyn bietet PEEK Suture Anchors für arthroskopische Weichteilrekonstruktionen.
Titan Suture-Anker
Titananker stellen eine weitere starre Fixationsoption dar und werden seit Langem in der arthroskopischen Chirurgie eingesetzt.
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Soft / All-Suture Anchors
Soft Anchors verwenden hochfestes Nahtmaterial als primäre Fixationsstruktur anstelle eines konventionellen starren Ankerkörpers.
Der kleinere Insertionsdurchmesser kann knochenschonende Fixationsstrategien unterstützen, insbesondere wenn mehrere Fixationspunkte erforderlich sind.
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Die geeignete Ankertechnologie hängt von Knochenqualität, Defektanatomie, Operationstechnik, Fixationsanforderungen und Präferenz des Operateurs ab.
Können Knotless-Anker bei der Schulterstabilisierung eingesetzt werden?
Knotless-Technologien bieten einen weiteren Ansatz für die arthroskopische Gewebefixation.
Anstatt die Rekonstruktion mit einem traditionellen arthroskopischen Knoten zu sichern, wird die Naht über den Fixationsmechanismus des Implantats gehalten.
Mögliche Aspekte sind:
Reduziertes Knotenmanagement
Kontrollierte Spannung der Naht
Unterschiedliche Rekonstruktionskonfigurationen
Vermeidung traditioneller Knotenkonstruktionen
Orthosyn bietet sowohl PEEK + PEEK Knotless Anchors – Push Lock System als auch PEEK + Titanium Knotless Anchors für die arthroskopische Weichteilfixation.
Die Entscheidung zwischen einer knotted oder knotless Fixation hängt von der jeweiligen Stabilisierungstechnik und der bevorzugten Rekonstruktionskonfiguration des Operateurs ab.
Remplissage vs. Bankart-Rekonstruktion: Was ist der Unterschied?
Obwohl Remplissage und Bankart-Rekonstruktion während desselben Eingriffs durchgeführt werden können, behandeln sie unterschiedliche Komponenten der Schulterinstabilität.
Merkmal Bankart-Rekonstruktion Remplissage
Primäre Anatomie Anteriores Glenoid/Labrum Posterolateraler Humeruskopf
Behandelte Pathologie Labrum-/Kapselverletzung Hill-Sachs-Läsion
Gewebefixation Labrum/Kapsel am Glenoid Infraspinatus/posteriore Kapsel im Defekt
Ankerposition Glenoidrand Hill-Sachs-Läsion
Hauptziel Wiederherstellung der anterioren Weichteilstabilisierung Reduzierung des Engagements des Humeruskopfdefekts
Die beiden Verfahren können sich daher bei ausgewählten Patienten ergänzen und sind nicht als direkte Alternativen zu betrachten.
Warum wird Remplissage häufig mit einer Bankart-Rekonstruktion kombiniert?
Eine anteriore Schulterinstabilität kann sowohl Weichteilverletzungen als auch knöcherne Defekte umfassen.
Die Bankart-Rekonstruktion behandelt die anteriore kapsulolabralen Verletzung, während das Remplissage die Hill-Sachs-Läsion auf der Humerusseite adressiert.
In ausgewählten Fällen reicht die alleinige Behandlung der anterioren Labrumverletzung möglicherweise nicht aus, um den mechanischen Einfluss einer engaging oder off-track Hill-Sachs-Läsion vollständig zu berücksichtigen.
Durch die Kombination beider Verfahren können beide Komponenten innerhalb einer umfassenden Stabilisierungsstrategie behandelt werden.
Die geeignete Behandlung hängt jedoch vom glenoidalen Knochenverlust, den Eigenschaften der Hill-Sachs-Läsion, patientenspezifischen Faktoren und dem gesamten Instabilitätsmuster ab.
Beeinflusst Remplissage die Schulterbeweglichkeit?
Da bei diesem Verfahren die Infraspinatussehne und die posteriore Kapsel in die Hill-Sachs-Läsion einbezogen werden, ist ein möglicher Einfluss auf die Schulterbeweglichkeit – insbesondere auf die Außenrotation – ein wichtiger Aspekt.
Der tatsächliche Effekt kann von verschiedenen Faktoren abhängen:
Operationstechnik
Position der Anker
Umfang des einbezogenen Gewebes
Angelegte Spannung
Größe der Läsion
Rehabilitation
Individuelle Anatomie
Das Ziel besteht daher darin, eine ausreichende Stabilisierung zu erreichen, ohne die posterioren Strukturen unnötig zu überspannen.
Warum ist das Nahtmanagement wichtig?
Beim Remplissage wird im posterioren Schulterbereich gearbeitet und die Nähte werden durch die posteriore Kapsel und Infraspinatussehne geführt.
Je nach Technik muss der Operateur mehrere Nahtenden kontrollieren und gleichzeitig weitere Schritte der Schulterstabilisierung durchführen.
Ein effizientes Nahtmanagement kann dabei helfen:
Fixationspunkte übersichtlich zu organisieren
Verwicklungen der Nähte zu vermeiden
Gewebeerfassung zu kontrollieren
Die gewünschte Spannung einzustellen
Die endgültige Fixationskonstruktion zu vereinfachen
Hochfeste Nähte und geeignete arthroskopische Instrumente sind daher wichtige Bestandteile des gesamten Fixationssystems.
Was sollte bei der Auswahl eines Ankers für Remplissage berücksichtigt werden?
Die Auswahl eines Ankers sollte nicht auf einer einzelnen Eigenschaft basieren.
Zu den relevanten Faktoren gehören:
Anatomie der Hill-Sachs-Läsion
Verfügbarer Knochenbestand am Humeruskopf
Knochenqualität
Ankerdurchmesser
Ankerlänge
Implantatmaterial
Fixationsmechanismus
Anzahl der geplanten Fixationspunkte
Nahtkonfiguration
Knotted- oder Knotless-Technik
Präferenz des Operateurs
Ziel ist es, ein Ankersystem auszuwählen, das zur Anatomie und zur vorgesehenen Gewebe-Knochen-Fixationsstrategie passt.
Orthosyn Suture-Anchor-Portfolio
Orthosyn Medikal bietet verschiedene Ankertechnologien für moderne arthroskopische Weichteilfixationen:
Orthosyn PEEK Suture Anchors
Orthosyn Titanium Suture Anchors
Orthosyn PEEK + PEEK Knotless Anchors – Push Lock System
Orthosyn PEEK + Titanium Knotless Anchors
Orthosyn Soft / All-Suture Anchors
Diese Technologien bieten unterschiedliche Möglichkeiten hinsichtlich Implantatmaterial, Ankerdurchmesser, Fixationsmechanismus und Nahtmanagement bei arthroskopischen Weichteilrekonstruktionen.
Fazit
Remplissage ist eine arthroskopische Technik zur Schulterstabilisierung, die bei ausgewählten Hill-Sachs-Läsionen im Zusammenhang mit anteriorer Schulterinstabilität eingesetzt werden kann.
Während des Eingriffs werden Suture-Anker innerhalb der Hill-Sachs-Läsion positioniert, um die posteriore Gelenkkapsel und die Infraspinatussehne am Humeruskopf zu fixieren. Dadurch soll verhindert werden, dass der Defekt mit dem anterioren Glenoidrand in Kontakt kommt und zur Instabilität beiträgt.
Remplissage kann gemeinsam mit einer Bankart-Rekonstruktion durchgeführt werden, wenn sowohl eine anteriore kapsulolabrale Verletzung als auch eine klinisch relevante Hill-Sachs-Läsion behandelt werden sollen.
Die Auswahl und Positionierung der Suture-Anker sind daher wichtige Bestandteile des Verfahrens. Ankerdurchmesser, Material, Fixationsmechanismus, Knochenqualität, Defektanatomie und Nahtkonfiguration sollten gemeinsam betrachtet werden.
Orthosyn Medikal bietet PEEK-, Titan-, Knotless- sowie Soft / All-Suture-Anchor-Technologien für unterschiedliche Strategien der arthroskopischen Weichteilfixation.