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Wie funktioniert die Double-Button-Fixation bei der Stabilisierung des AC-Gelenks? | Orthosyn
Erfahren Sie, wie die Double-Button-Fixation zur Stabilisierung des Akromioklavikulargelenks eingesetzt wird, wie die korakoklavikuläre Beziehung wiederhergestellt wird und warum kortikale Buttons, hochfeste Nähte, Tunnelpositionierung und anatomisch
Das Akromioklavikulargelenk (AC-Gelenk) verbindet das laterale Ende der Klavikula mit dem Akromion der Skapula. Obwohl es sich um ein relativ kleines Gelenk handelt, spielt es eine wichtige Rolle bei der koordinierten Bewegung von Klavikula und Skapula während der Schulterbewegung.
Traumatische Verletzungen des AC-Gelenks können die ligamentären Strukturen schädigen, die für die Stabilität dieser anatomischen Beziehung verantwortlich sind. Bei ausgewählten instabilen Verletzungen kann eine operative Stabilisierung in Betracht gezogen werden.
Eine mögliche Technik verwendet ein Double-Button-Fixationssystem, um eine stabile Verbindung zwischen Klavikula und Korakoid herzustellen. Anstelle eines großen rigiden Implantats, das direkt über das AC-Gelenk verläuft, werden kortikale Buttons an den Knochenoberflächen positioniert und durch hochfestes Nahtmaterial miteinander verbunden.
Das Grundprinzip lässt sich folgendermaßen zusammenfassen:
AC-Gelenkinstabilität → Reposition der Klavikula-Korakoid-Beziehung → Vorbereitung des Knochentunnels → Platzierung des Double-Button-Systems → Nahtspannung → Kortikale Fixation → Stabilisierung
Das Fixationskonstrukt sorgt für mechanische Stabilität, während die verletzten oder rekonstruierten Weichteilstrukturen biologisch heilen.
Was ist das AC-Gelenk?
Das AC-Gelenk befindet sich an der Oberseite der Schulter, wo das laterale Ende der Klavikula auf das Akromion trifft.
Seine Stabilität hängt von mehreren Strukturen ab:
- AC-Gelenkkapsel
- Akromioklavikuläre Bänder
- Korakoklavikuläre Bänder
- Ligamentum trapezoideum
- Ligamentum conoideum
- Umgebende deltotrapezoidale Faszie
Die korakoklavikulären (CC) Bänder, insbesondere das Ligamentum conoideum und das Ligamentum trapezoideum, tragen wesentlich zur Aufrechterhaltung der Beziehung zwischen Klavikula und Korakoid bei.
Werden diese Strukturen durch ein Trauma geschädigt, kann die normale Beziehung zwischen Klavikula und Skapulakomplex verloren gehen.
Was verursacht eine AC-Gelenksprengung?
Verletzungen des AC-Gelenks entstehen häufig durch direkte Gewalteinwirkung auf die Schulter.
Mögliche Verletzungsmechanismen sind:
- Direkter Sturz auf die Schulter
- Kontaktsport
- Fahrradunfälle
- Hochenergetische Traumata
- Kollisionsverletzungen
Die einwirkende Kraft kann zunächst die AC-Bänder und bei schwereren Verletzungen auch die korakoklavikulären Bänder schädigen.
Das Ausmaß der Instabilität hängt davon ab, welche Strukturen betroffen sind und wie schwer die Verletzung ist.
Muss jede AC-Gelenkverletzung operiert werden?
Nein.
Viele Verletzungen des AC-Gelenks können konservativ behandelt werden.
Die Behandlungsentscheidung hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:
- Schweregrad der Verletzung
- Ausmaß und Richtung der Dislokation
- Akute oder chronische Verletzung
- Alter des Patienten
- Aktivitätsniveau
- Funktionelle Anforderungen
- Symptome
- Begleitverletzungen
- Klinische und radiologische Beurteilung
Eine operative Stabilisierung wird in der Regel bei ausgewählten instabilen Verletzungen oder bei persistierender symptomatischer Instabilität in Betracht gezogen und nicht bei jeder AC-Gelenkverletzung.
Was ist eine Double-Button-Fixation?
Die Double-Button-Fixation ist eine kortikale Fixationstechnik, bei der zwei Buttons durch hochfestes Nahtmaterial miteinander verbunden werden.
Bei der Stabilisierung des AC-Gelenks kann ein Button auf der Klavikula positioniert werden, während der zweite unterhalb des Korakoids liegt.
Dadurch entsteht eine Verbindung zwischen diesen beiden knöchernen Strukturen.
Vereinfacht dargestellt:
Klavikula
↓ Oberer kortikaler Button
↓ Hochfestes Nahtkonstrukt
↓ Korakoid
↓ Unterer kortikaler Button
Nach Reposition der AC-/CC-Beziehung wird das verbindende Konstrukt gespannt.
Die Buttons verteilen die Fixationskräfte auf die kortikalen Knochenoberflächen und tragen dazu bei, die erzielte Reposition zu erhalten.
Warum ist die korakoklavikuläre Beziehung wichtig?
Bei vielen instabilen AC-Gelenkverletzungen beschränkt sich das Problem nicht ausschließlich auf das kleine AC-Gelenk.
Eine Ruptur der korakoklavikulären Bänder kann zu einer abnormalen Trennung zwischen Klavikula und Korakoid beziehungsweise Skapulakomplex führen.
Ein wichtiges Ziel der Stabilisierung besteht daher darin, einen geeigneten korakoklavikulären Abstand und eine anatomisch angemessene Beziehung wiederherzustellen.
Das Prinzip lautet:
CC-Bandverletzung → Verlust der Klavikula-Korakoid-Stabilität → Reposition → CC-Fixation → Stabilisierung
Double-Button-Systeme basieren auf diesem Konzept.
Wie stabilisiert ein Double-Button-Konstrukt das AC-Gelenk?
Das System erzeugt eine suspensorische Verbindung zwischen Klavikula und Korakoid.
Anstatt die beiden Knochen ausschließlich durch eine Schraube direkt miteinander zu verbinden, erfolgt die Fixation über ein miteinander verbundenes kortikales Button-Konstrukt.
Das Prinzip lautet:
Kortikaler Button + Hochfeste Naht + Kortikaler Button = Suspensorisches Fixationskonstrukt
Bei korrekter Positionierung und kontrollierter Spannung trägt das Konstrukt dazu bei, die reponierte Beziehung zwischen Klavikula und Korakoid aufrechtzuerhalten.
Dadurch wird mechanische Stabilität geschaffen, während die biologische Heilung oder ligamentäre Rekonstruktion fortschreitet.
Wie wird eine Double-Button-Fixation durchgeführt?
Die genaue Operationstechnik hängt vom verwendeten System, Verletzungsmuster, akuten oder chronischen Zustand und der Präferenz des Operateurs ab.
Ein allgemeiner Ablauf kann folgendermaßen aussehen:
Beurteilung → Reposition → Tunnelpräparation → Passage von Naht und Buttons → Entfaltung des Korakoid-Buttons → Positionierung des Klavikula-Buttons → Spannung → Stabilitätskontrolle
Jeder dieser Schritte beeinflusst das endgültige Fixationskonstrukt.
Schritt 1: Beurteilung der AC-Gelenkverletzung
Vor der Fixation wird das Verletzungsmuster beurteilt.
Dabei können unter anderem folgende Faktoren berücksichtigt werden:
- Dislokation des AC-Gelenks
- Korakoklavikulärer Abstand
- Horizontale und vertikale Instabilität
- Bandverletzungen
- Knochenqualität
- Chronizität
- Begleitende Schulterverletzungen
Die operative Strategie sollte das tatsächliche Instabilitätsmuster behandeln und sich nicht ausschließlich am radiologischen Erscheinungsbild der Klavikula orientieren.
Schritt 2: Reposition des AC-Gelenks
Klavikula und Skapulakomplex werden in eine geeignete anatomische Beziehung gebracht.
Dieser Schritt wird als Reposition bezeichnet.
Das Ziel besteht nicht einfach darin, die Klavikula nach unten zu ziehen.
Der Operateur muss die Beziehung zwischen Klavikula, Akromion, Korakoid und Skapula berücksichtigen.
Nach Erreichen einer geeigneten Reposition kann das Fixationssystem gespannt werden, um diese Position zu stabilisieren.
Daher gilt:
Anatomische Reposition + Stabile Fixation = Grundlage der AC-Gelenkstabilisierung
Ein Fixationsimplantat kann eine unzureichende Reposition nicht vollständig kompensieren.
Schritt 3: Vorbereitung des Knochentunnels
Für die Passage des Fixationskonstrukts wird ein Knochentunnel vorbereitet.
Je nach Operationstechnik und Systemdesign kann die Bohrung Klavikula und Korakoid einbeziehen.
Die Positionierung des Tunnels ist wichtig, da die Fixationskräfte über diese knöchernen Strukturen übertragen werden.
Zu den relevanten Faktoren gehören:
- Tunneldurchmesser
- Position an der Klavikula
- Position am Korakoid
- Verfügbarer Knochenbestand
- Bohrrichtung
- Abstand zu den kortikalen Knochenrändern
- Implantatabmessungen
Ausreichend Knochen um den Tunnel herum zu erhalten, ist für die strukturelle Integrität wichtig.
Warum ist der Tunneldurchmesser wichtig?
Jeder gebohrte Tunnel entfernt einen Teil des Knochens.
Daher spielt der Tunneldurchmesser bei der Knochenpreservation eine wichtige Rolle.
Das allgemeine Prinzip lautet:
Kleinerer erforderlicher Tunnel → Weniger Knochenentfernung
Ein kleinerer Tunnel ist jedoch nicht automatisch in jeder klinischen Situation besser.
Der Tunnel muss weiterhin zum Implantat, zur Operationstechnik, zur Anatomie und zum erforderlichen Fixationskonstrukt passen.
Warum ist die Tunnelpositionierung wichtig?
Eine korrekte Tunnelposition unterstützt eine geeignete Richtung der Fixation zwischen Klavikula und Korakoid.
Eine ungünstige Positionierung kann potenziell Einfluss haben auf:
- Reposition
- Ausrichtung des Konstrukts
- Kortikale Abstützung
- Belastung des Knochens
- Sitz der Buttons
- Fixationsmechanik
Das Korakoid ist zudem eine relativ kleine anatomische Struktur, weshalb eine präzise Bohrung besonders wichtig ist.
Das Ziel besteht nicht lediglich darin, einen Tunnel zwischen zwei Knochen anzulegen.
Der Tunnel sollte die vorgesehene Fixation ermöglichen und gleichzeitig den umliegenden Knochen möglichst erhalten.
Schritt 4: Passage des Fixationskonstrukts
Nach Vorbereitung des Tunnels wird das Naht-Button-Konstrukt durch den vorgesehenen Kanal geführt.
Abhängig vom Design des Systems kann dies mithilfe eines Passing-Mechanismus, Führungsdrahts, speziellen Instruments oder eines integrierten Applikationssystems erfolgen.
Der untere Button muss durch den Tunnel geführt werden, bevor er unterhalb der Korakoidkortikalis positioniert werden kann.
Dieser Schritt erfordert eine kontrollierte Implantatpassage und die Bestätigung der korrekten Position.
Schritt 5: Positionierung des Korakoid-Buttons
Nachdem der untere Button den Tunnel passiert hat, wird er so positioniert, dass er an der inferioren Kortikalis des Korakoids anliegt.
Dies ist ein entscheidender Schritt.
Der Button sollte eine kortikale Abstützung erreichen und nicht fehlerhaft innerhalb des Tunnels verbleiben.
Das Prinzip lautet:
Button-Passage → Button-Entfaltung → Kortikale Auflage
Eine korrekte Auflage ermöglicht es der Kortikalis, zur Lastverteilung des Fixationskonstrukts beizutragen.
Schritt 6: Positionierung des Klavikula-Buttons
Der zweite Button wird auf der superioren Oberfläche der Klavikula positioniert.
Das Konstrukt erzeugt somit eine Fixation zwischen:
Superiore Klavikulakortikalis ↔ Nahtkonstrukt ↔ Inferiore Korakoidkortikalis
Die beiden Buttons dienen als kortikale Fixationspunkte.
Das verbindende Nahtmaterial überträgt die Kräfte zwischen diesen Punkten.
Schritt 7: Spannen des Konstrukts
Nachdem die Buttons korrekt positioniert und die AC-/CC-Beziehung reponiert wurde, wird das Nahtkonstrukt gespannt.
Durch die Spannung werden die beiden kortikalen Fixationspunkte in einer stabilen Beziehung gehalten.
Das Ziel besteht jedoch nicht darin, einfach die maximal mögliche Spannung anzuwenden.
Eine übermäßige Spannung kann zu einer Überreposition oder unerwünschten mechanischen Kräften führen.
Das Ziel lautet:
Geeignete Reposition → Kontrollierte Spannung → Stabile Fixation
Das endgültige Konstrukt muss deshalb gemeinsam mit der anatomischen Reposition beurteilt werden.
Schritt 8: Abschließende Stabilitätskontrolle
Nach der Fixation beurteilt der Operateur das Konstrukt.
Dabei können kontrolliert werden:
- Ausrichtung des AC-Gelenks
- Korakoklavikuläre Beziehung
- Position der Buttons
- Nahtspannung
- Stabilität
- Knochenintegrität
- Bildwandlerkontrolle oder direkte Visualisierung, wenn erforderlich
Die Fixation sollte die angestrebte Reposition erhalten, ohne dass eine offensichtliche Fehlposition des Implantats besteht.
Was ist eine suspensorische Fixation?
Double-Button-Systeme werden häufig als suspensorische Fixationssysteme bezeichnet.
Bei der suspensorischen Fixation wird das Konstrukt durch kortikale Knochenoberflächen abgestützt, anstatt ausschließlich von einem Implantat im spongiösen Knochen abhängig zu sein.
Das Konzept lautet:
Kortikale Oberfläche → Button → Nahtkonstrukt → Button → Kortikale Oberfläche
Das verbindende Nahtmaterial bleibt zwischen den beiden Fixationspunkten unter Spannung.
Dieses Prinzip wird auch bei anderen orthopädischen Fixationsverfahren verwendet, wobei Implantatgeometrie und Operationstechnik je nach Anatomie und Indikation variieren.
Welche Funktion hat die hochfeste Naht?
Die Nahtkomponente verbindet die beiden kortikalen Buttons miteinander.
Sie ist damit ein wesentlicher Bestandteil des mechanischen Fixationskonstrukts.
Hochfeste orthopädische Nähte sind darauf ausgelegt, mechanischen Belastungen standzuhalten und gleichzeitig die Beziehung zwischen den Fixationspunkten aufrechtzuerhalten.
Die Naht selbst rekonstruiert die korakoklavikulären Bänder jedoch nicht biologisch.
Stattdessen gilt:
Double-Button-Konstrukt → Mechanische Stabilität
Bandheilung/Rekonstruktion → Biologische Stabilität im Zeitverlauf
Diese Unterscheidung ist wichtig, um die Funktion des Implantats richtig zu verstehen.
Rekonstruiert die Double-Button-Fixation die CC-Bänder?
Nicht allein.
Ein Double-Button-System erzeugt eine mechanische Fixation zwischen Klavikula und Korakoid.
Abhängig von Verletzung und Operationsstrategie kann diese Fixation verwendet werden:
- Zur Unterstützung der Heilung verletzter Bänder
- In Kombination mit einer Bandrekonstruktion
- Zusammen mit einer biologischen Transplantataugmentation
- Als Bestandteil eines umfassenderen AC-/CC-Stabilisierungsverfahrens
Daher gilt:
Double-Button-Fixation ≠ Biologisches Band
Das Implantat sorgt für mechanische Stabilisierung, während die biologischen Strukturen heilen oder rekonstruiert werden.
Akute vs. chronische AC-Gelenkverletzungen
Die biologischen Voraussetzungen unterscheiden sich bei akuten und chronischen AC-Gelenkverletzungen.
Akute Verletzung
Bei einer akuten Verletzung können die geschädigten ligamentären Strukturen noch ein biologisches Heilungspotenzial besitzen.
Ein Stabilisierungskonstrukt kann daher verwendet werden, um die Reposition während der Heilungsphase aufrechtzuerhalten.
Chronische Verletzung
Bei chronischer Instabilität kann das Heilungspotenzial der ursprünglichen Bänder reduziert sein.
Abhängig von der klinischen Situation können eine Rekonstruktion mit Transplantatgewebe oder zusätzliche biologische Augmentationsverfahren erwogen werden.
Daher bedeutet die Verwendung desselben Implantatkonzepts nicht automatisch, dass für jede AC-Gelenkverletzung dieselbe operative Strategie geeignet ist.
Ist ein einzelnes Double-Button-Konstrukt immer ausreichend?
Nicht unbedingt.
Anzahl und Konfiguration der Fixationskonstrukte hängen ab von:
- Verletzungsmuster
- Ausmaß der Instabilität
- Akuter oder chronischer Verletzung
- Knochenanatomie
- Operationstechnik
- Rekonstruktionsstrategie
- Implantatdesign
- Präferenz des Operateurs
Einige Techniken verwenden einen einzelnen korakoklavikulären Tunnel und ein Double-Button-Konstrukt, während andere Verfahren unterschiedliche oder zusätzliche Fixationskonfigurationen einsetzen können.
Es gibt keine universelle Konfiguration für jeden Patienten.
Was ist mit horizontaler AC-Gelenkinstabilität?
Die korakoklavikuläre Fixation stabilisiert primär die Beziehung zwischen Klavikula und Korakoid und ist insbesondere für die vertikale Stabilität relevant.
Eine AC-Gelenkinstabilität kann jedoch auch eine horizontale Komponente aufweisen.
Die AC-Gelenkkapsel und die akromioklavikulären Bänder tragen zur horizontalen Stabilität bei.
Daher kann eine isolierte CC-Fixation abhängig vom Verletzungsmuster möglicherweise nicht alle Komponenten der Instabilität adressieren.
Bei ausgewählten Fällen können zusätzliche AC-Stabilisierungs- oder Weichteilrekonstruktionsverfahren in Betracht gezogen werden.
Ein wichtiges Prinzip lautet daher:
AC-Gelenkstabilisierung ≠ Nur korakoklavikulärer Abstand
Sowohl vertikale als auch horizontale Instabilität können relevant sein.
Warum ist die Knochenpreservation wichtig?
Klavikula und insbesondere das Korakoid müssen ausreichend Knochen um die Fixationstunnel herum behalten.
Eine übermäßige Knochenentfernung oder ungünstige Tunnelpositionierung kann die strukturelle Integrität beeinflussen.
Daher müssen unter anderem folgende Faktoren berücksichtigt werden:
- Implantatdurchmesser
- Tunneldurchmesser
- Knochenabmessungen
- Tunnelposition
- Anzahl der Tunnel
- Knochenqualität
- Abstand zwischen mehreren Tunneln
Ziel ist eine ausreichende Fixation bei möglichst geringer unnötiger Knochenentfernung.
Welche potenziellen Vorteile bietet die Double-Button-Fixation?
Abhängig von Technik und klinischer Situation kann die Double-Button-Fixation verschiedene praktische Eigenschaften bieten:
- Kortikale Fixation
- Suspensorische Stabilisierung
- Relativ kompakte Implantatgeometrie
- Bei vielen Techniken kein großes rigides Implantat über dem AC-Gelenk
- Unterstützung der Klavikula-Korakoid-Reposition
- Kompatibilität mit minimalinvasiven oder arthroskopisch assistierten Verfahren
- Möglichkeit der Kombination mit biologischer Bandrekonstruktion
Diese Eigenschaften sollten nicht als Beweis dafür interpretiert werden, dass die Double-Button-Fixation jeder alternativen Technik grundsätzlich überlegen ist.
Welche technischen Herausforderungen bestehen?
Eine erfolgreiche Stabilisierung hängt von mehr als nur dem Implantat ab.
Technische Aspekte umfassen:
- Präzise Reposition
- Korrekte Tunnelposition
- Sichere Bohrung am Korakoid
- Korrekte Entfaltung des Buttons
- Sichere kortikale Auflage
- Kontrollierte Spannung
- Knochenqualität
- Vermeidung unnötiger Tunnelerweiterung
- Berücksichtigung horizontaler Instabilität
- Angemessener postoperativer Schutz
Implantatauswahl und Operationstechnik müssen daher gemeinsam betrachtet werden.
Double-Button-Fixation vs. Hakenplatte
Eine Hakenplatte und ein Double-Button-System stabilisieren AC-Gelenkverletzungen mit grundsätzlich unterschiedlichen mechanischen Konzepten.
Parameter Double-Button-Fixation Hakenplatte
Fixationsprinzip Suspensorische kortikale Fixation Rigide plattenbasierte Fixation
Primär stabilisierte Beziehung Klavikula-Korakoid AC-Gelenkregion
Implantatposition Buttons und Nahtkonstrukt Platte entlang der Klavikula mit Haken unter dem Akromion
Knochentunnel Typischerweise erforderlich Anderes Fixationsprinzip
Implantatprofil Relativ kompakt Größeres metallisches Konstrukt
Implantatentfernung Abhängig von System und klinischer Situation Je nach Technik/System kann eine Entfernung geplant werden
Biologische Rekonstruktion Mit Transplantat/Bandrekonstruktion kombinierbar Ebenfalls mit zusätzlichen Verfahren kombinierbar
Keine der Techniken sollte als universell geeignet für jede AC-Gelenkverletzung angesehen werden.
Double-Button-Fixation vs. korakoklavikuläre Schraubenfixation
Bei der korakoklavikulären Schraubenfixation werden Klavikula und Korakoid mechanisch durch eine Schraube miteinander verbunden.
Die Double-Button-Fixation verwendet dagegen kortikale Buttons, die durch hochfestes Nahtmaterial verbunden sind.
Die mechanischen Konzepte unterscheiden sich daher:
CC-Schraube → Rigide schraubenbasierte Verbindung
Double Button → Suspensorische Naht-Button-Verbindung
Die geeignete Methode hängt von Verletzung, Anatomie, Präferenz des Operateurs, Implantatsystem und gesamter Rekonstruktionsstrategie ab.
Kann die Double-Button-Fixation arthroskopisch durchgeführt werden?
Einige Double-Button-Techniken können arthroskopisch assistiert oder minimalinvasiv durchgeführt werden.
Die Arthroskopie kann die Visualisierung der Korakoidregion ermöglichen und gleichzeitig die Beurteilung begleitender intraartikulärer Schulterpathologien unterstützen.
Der genaue Zugang hängt jedoch vom Fixationssystem und der verwendeten Operationstechnik ab.
Offene, mini-offene, arthroskopisch assistierte und kombinierte Verfahren können bei der Stabilisierung des AC-Gelenks eingesetzt werden.
Was passiert nach einer AC-Gelenkstabilisierung mit Double Button?
Die mechanische Fixation stellt lediglich den Beginn des Heilungsprozesses dar.
Die reparierten oder rekonstruierten biologischen Strukturen benötigen Zeit zur Heilung.
Die postoperative Rehabilitation kann unter anderem folgende Aspekte steuern:
- Verwendung einer Schlinge
- Schulterbewegung
- Bewegungsumfang
- Belastung
- Muskelkräftigung
- Überkopfaktivitäten
- Rückkehr zur Arbeit
- Rückkehr zum Sport
Das genaue Rehabilitationsprotokoll hängt von Verletzung, Fixationstechnik, Begleiteingriffen, Weichteilrekonstruktion und ärztlicher Beurteilung ab.
Eine unmittelbar stabile mechanische Fixation darf nicht mit einer abgeschlossenen biologischen Heilung gleichgesetzt werden.
Kann eine Double-Button-Fixation versagen?
Wie bei jedem orthopädischen Fixationskonstrukt ist ein Versagen möglich.
Mögliche Probleme können sein:
- Repositionsverlust
- Versagen der Naht oder des Konstrukts
- Migration oder Fehlposition des Buttons
- Unzureichende kortikale Auflage
- Tunnelerweiterung
- Knochenbezogene Komplikationen
- Fraktur von Korakoid oder Klavikula
- Persistierende Instabilität
- Ausbleibende biologische Heilung
- Erneutes Trauma
Eine sorgfältige Operationsplanung, Tunnelpositionierung, Reposition, Fixation und postoperative Behandlung sind daher wichtig.
Was sollte bei der Auswahl eines Double-Button-Systems berücksichtigt werden?
Bei der Beurteilung eines Fixationssystems können verschiedene Eigenschaften relevant sein:
Parameter Warum ist er wichtig?
Button-Abmessungen Beeinflussen kortikalen Kontakt und Implantatprofil
Button-Geometrie Beeinflusst die Auflage auf dem kortikalen Knochen
Erforderlicher Tunnel Relevant für die Knochenpreservation
Nahtmaterial Bestandteil des mechanischen Fixationskonstrukts
Applikationsmechanismus Beeinflusst den operativen Arbeitsablauf
Passage-Technik Bestimmt, wie das Konstrukt eingebracht wird
Spannmechanismus Wichtig für eine kontrollierte Reposition
Verfügbare Größen Ermöglichen Anpassung an Anatomie und Technik
Anwendbare Indikation Definiert den vorgesehenen klinischen Einsatz
Das vollständige Fixationssystem sollte bewertet werden, anstatt sich nur auf eine einzelne Implantateigenschaft zu konzentrieren.
Orthosyn Double-Button-Fixationssystem
Orthosyn Medikal bietet Double-Button-Fixationssysteme innerhalb seines Arthroskopie- und Bandfixationsportfolios an.
Das Orthosyn Double-Button-Konzept umfasst einen 12-mm-Flachbutton in Kombination mit einem runden kortikalen Button. Für den runden Button stehen je nach gewählter Konfiguration 6 mm, 8 mm und 10 mm zur Verfügung.
Das With-Handle-System ist so konzipiert, dass die Implantation ohne separaten Passing Pin durchgeführt werden kann. Für diese Konfiguration kann entsprechend der anwendbaren Operationstechnik und Produktanweisung ein Bohrkanal von 3,8–4,2 mm verwendet werden.
Orthosyn bietet außerdem eine traditionelle Passing-Pin-Konfiguration mit einem 12-mm-Flachbutton und einem 10-mm-Rundbutton.
Bei der Stabilisierung des AC-Gelenks kann das Double-Button-Prinzip zur Herstellung eines suspensorischen Fixationskonstrukts zwischen Klavikula und Korakoid eingesetzt werden, sofern die spezifische Produktindikation, Patientenanatomie, Verletzungscharakteristik und Operationstechnik dafür geeignet sind.
Wie bei jedem System zur AC-Gelenkrekonstruktion sollte die Implantatauswahl entsprechend der anwendbaren Gebrauchsanweisung, Knochenanatomie, Tunnelstrategie, erforderlichen Fixationskonfiguration und professionellen chirurgischen Beurteilung erfolgen.
Fazit
Die Double-Button-Fixation bei der Stabilisierung des AC-Gelenks funktioniert durch die Herstellung eines suspensorischen kortikalen Fixationskonstrukts zwischen Klavikula und Korakoid.
Das Gesamtprinzip lässt sich folgendermaßen zusammenfassen:
AC-Gelenkinstabilität → Anatomische Reposition → Vorbereitung des Klavikula-Korakoid-Tunnels → Passage des Double-Button-Systems → Kortikale Auflage der Buttons → Kontrollierte Spannung → Stabilisierung
Ein Button bietet kortikale Abstützung an der Klavikula, während der zweite Button am Korakoid fixiert wird. Hochfestes Nahtmaterial verbindet die beiden Fixationspunkte und trägt dazu bei, die reponierte korakoklavikuläre Beziehung aufrechtzuerhalten.
Das Implantat ersetzt nicht die biologische Funktion der AC- und CC-Bänder. Stattdessen bietet es mechanische Stabilisierung, während die Bandheilung oder ligamentäre Rekonstruktion im Laufe der Zeit fortschreitet.
Eine erfolgreiche AC-Gelenkstabilisierung hängt daher nicht nur vom Fixationssystem ab, sondern auch von präziser Reposition, geeigneter Tunnelpositionierung, Knochenpreservation, sicherer kortikaler Button-Auflage, kontrollierter Spannung, Beurteilung der vertikalen und horizontalen Instabilität sowie – wenn erforderlich – einer geeigneten biologischen Rekonstruktionsstrategie.
Das Double-Button-Fixationssystem von Orthosyn Medikal bietet innerhalb des Orthosyn Arthroskopie-Portfolios eine kortikale suspensorische Fixationsoption für die AC-Gelenkstabilisierung und andere geeignete Bandfixationsverfahren, sofern Produktindikation, Anatomie und chirurgische Beurteilung dies unterstützen.